Meine Vision ist ein grünes Basel. Wir haben die besten Voraussetzungen, um eine Vorreiterrolle einzunehmen. Erstens ist Basel wohlhabend und zweitens haben wir viele sehr gut ausgebildete Menschen, die hier arbeiten und forschen.

Aber was heisst das, ein grünes Basel? Es heisst, dass wir eine Stadt mit grosser Lebensqualität umweltgerecht gestalten. Dazu gehören verschiedene Aspekte: Die Wirtschaft und die Haushalte müssen grüner werden. Die Stromversorgung ist bereits nachhaltig umgebaut, aber die Abfallbewirtschaftung beispielsweise hat in Basel durchaus noch Verbesserungspotential. Bioabfälle werden bis jetzt erst in einem vergleichsweise komplizierten Versuch separat erfasst.

Auch die Verkehrssituation ist in Basel nicht überall optimal. Velowege enden meist kurz vor Kreuzungen, also genau dort, wo es für Velofahrende am gefährlichsten ist. Die autofreie Innenstadt soll vernünftig umgesetzt werden (Poller).

Die energetische Sanierung der Häuser geht nicht im gewünschten und geforderten Tempo voran. Bei der Planung neuer Quartiere wie im Hafenareal sollen ökologische Aspekte zentral sein. Mit Pilotprojekten für Verdichtung könnte Basel andere Städte zu mehr Engagement motivieren.

 

Grüne Politik kann sich nicht auf Umweltpolitik beschränken. Die Erfahrung zeigt: grüne Politik geht nur in einer sozialen Gesellschaft. Deshalb muss das soziale Basel erhalten bleiben. Ebenso wichtig ist Chancengleichheit bei der Bildung. Eine grüne Stadt ist eine lebendige Stadt, in der die Kultur eine grosse Rolle spielt – traditionelle und alternative.

Die Gleichstellung der Geschlechter ist leider immer noch ein Thema, obwohl gesetzlich die Frauen gleichgestellt sind. Nur ein Drittel im Grossen Rat, nur ein Siebtel in der Regierung (Eva Herzog ist nach 50 Jahren Frauenstimmrecht erst die dritte Regierungsrätin in BS!). In der Verwaltung und in der Privatwirtschaft wird Teilzeitarbeit immer noch als Hemmnis für eine Karriere angeschaut. Hausarbeit und Kinderbetreuung werden zu wenig geteilt.

 

Die Entwicklung von Basel als kleinem Stadtkanton ist eng verknüpft mit der Region. Die Zusammenarbeit mit den Nordwestschweizer Kantonen und mit dem Elsass und Baden-Württemberg ist deshalb wichtig, besonders der Zusammenarbeit mit Basel-Landschaft, auch wenn sie im Moment schwierig scheint, kommt grosse Bedeutung zu; in der Spitalplanung und bei Bildung und Kultur müssen tragfähige Lösungen gefunden werden.